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Sportlicher Abstieg nach 64:91-Niederlage gegen Jena besiegelt

07.04.2018

Bild: Pressefoto Ulmer / Markus Ulmer

Die WALTER Tigers Tübingen haben das Heimspiel gegen Science City Jena vor 2000 Zuschauern in der Paul Horn-Arena mit 64:91 (34:37) verloren. Damit steht nach dem 28. Spieltag fest, dass die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer den Klassenerhalt nicht mehr schaffen kann und zukünftig in der ProA an den Start gehen wird. Dabei begann das Spiel für die Tübinger gut. Nach vier Minuten führten die Raubkatzen mit 10:1. Die Thüringer kämpften sich aber schnell zurück in die Partie und beendeten das erste Viertel mit 17:13. Der zweite Abschnitt gestaltete sich äußerst ausgeglichen, Jena ging nur mit einer 37:34-Führung in die Halbzeit. Die Vorentscheidung ereignete sich im dritten Viertel, welches die Gäste mit 31:13 für sich entscheiden konnten (Spielstand 68:47). Die höchste Führung der Mannschaft von Trainer Björn Harmsen war erstmals nach 34 Minuten beim Stand von 78:50, nach 40 Minuten stand die 27. Niederlage mit 64:91 im 28. Spiel fest. Bei den Tigers war Reggie Upshaw mit 14 Zählern und zehn Rebounds bester Spieler, bei den Thüringern überzeugte vor allem Kyle Weaver mit 20 Punkte, neun Rebounds und fünf Assists. 

Die Stimmen:

Mathias Fischer (WALTER Tigers Tübingen): "Glückwunsch an Coach Harmsen zu diesem Sieg. Wir haben eine ganz ordentliche erste Halbzeit gespielt und konnten das Spiel offen gestalten. In der zweiten Halbzeit sind wir leider erneut komplett eingebrochen und konnten nicht mehr dagegenhalten. Es ist so, wie es ist."

Björn Harmsen (Trainer Science City Jena): "Wir haben die Mannschaft unter der Woche vor diesem Spiel gewarnt. Es ist mental schwer, so ein Partie anzugehen. Man kann praktisch nur verlieren, wenn man gegen ein Team spielt, dass ganz hinten in der Tabelle steht. Tübingen hat zuletzt in Braunschweig aber lange Zeit gut gespielt. So sind wir auch schlecht in das heutige Spiel gekommen, konnten uns aber vor allem im zweiten Viertel stabilisieren. In der zweiten Halbzeit konnten wir die Tiefe unseres Kaders ausspielen. Mein Team war allem beim Rebound besser, dazu konnten wir viele Aktionen mit Foul abschließen. Am Ende war es letztendlich ein klarer Erfolg für meine Mannschaft."

Der Spielverlauf:

Die Raubkatzen starteten das erste Viertel mit Kapitän Jared Jordan, Barry Stewart, Mathis Mönninghoff, Sid-Marlon Theis und Upshaw. Und Mönninghoff eröffnete das Spiel im zweiten Angriff gleich mit einem Dreier nach 35 Sekunden zum 3:0. Die Gäste kamen zunächst überhaupt nicht ins Spiel. Upshaw dunkte in der dritten Minute nach einem vergebenen Distanzwurf von Stewart den Ball vom Ring posterreif durch den gegnerischen Korb - Spielstand 5:1. Mönninghoff setzte eine Minute später den nächsten Dreier zum 10:1-Zwischenstand hinterher - nach dreieinhalb Minuten nahm Harmsen seine erste Auszeit. Mit Wirkung: Die Gäste begannen nun zu punkten. Nach sieben Minuten lagen die Raubkatzen jedoch noch immer in Führung (13:9). Mit zwei Dreiern von Skyler Bowlin und Maximilian Ugrai gingen die Thüringer 97 Sekunden vor der ersten Pause erstmals mit 15:13 in Führung. Nun hatten die Gäste auch ein Mittel gegen die zu anfangs gute Zonenverteidgung gefunden. Mit einem 10:0-Lauf drehten die Harmsen-Schützlinge in den letzten drei Minuten das Spiel zum 17:13-Zwischenstand nach dem ersten Abschnitt.

Tigers kämpfen sich zurück ins Spiel

Altmeister Julius Jenkins eröffnete das zweite Viertel mit seinen ersten zwei Zählern zum 19:13 nach wenigen Sekunden. Nach zwei gespielten Minuten nahm auch Fischer seine erste Auszeit - ein viertelübergreifender 14:0-Lauf (Spielstand 13:21) war die Ursache dieser Maßnahme. Erst Jordan durchbrach den Run der Gäste per Floater zum 15:21 nach 13 Minuten. In der Folge kassiert zudem Malcolm Lee bereits frühzeitig sein drittes Foul und musste auf der Bank Platz nehmen. Mit einem 10:2-Lauf kämpfte sich die Fischer-Truppe jedoch bravourös zurück in die Begegnung. Stewart setzte einen Dreier in der 15. Minute zum 23:23-Ausgleich durch die gegnerische Reuse. Das Spiel war nun offen, beide Kontrahenten konnten gute Akzente setzen. Mit zwei Freiwürfen brachte Upshaw das Heimteam erstmals nach dem ersten Viertel wieder mit 27:26 in Front. Mit dem nächsten Dunk schraubte der US-Amerikaner den Vorsprung um drei Zähler nach oben. Harmsen hatte dreieinhalb Minuten vor der Halbzeit genug gesehen und nahm beim Stand von 26:29 seine zweite Auszeit. Die Tübinger spielten nach ihren Möglichkeiten frei auf und begeisterten das eigene Publikum, welches auch mit guter Stimmung honoriert wurde. Zwischenzeitlich gelang den Tübingern ein 8:0-Lauf zum 31:28 nach 18 Minuten. Die Begegnung ging insgesamt schnell hin und her - in der Defensive leisteten sich beide Teams insgesamt einige Fehler. Letztendlich ging es nach 20 Minuten mit einer knappen 37:34-Führung für Jena in die Halbzeitpause. Bitter: Neben Lee kassierten auch Theis und Jordan bereits das dritte Foul.  

Nach 63 gespielten Sekunden und sechs schnellen Zählern der Harmsen-Truppe zur 43:34-Führung nahm Fischer sein zweites Timeout. Der Kontrahent kam deutlich besser aus der Pause und erspielte sich in kürzester Zeit den bis dato höchsten Vorsprung in der Partie. Kapitän Jordan kassierte beim Stand von 38:50 (24. Minute) sein viertes Foul, gleichzeitig ein unsportliches Foul. Die Gäste spielten nun einen schnellen Basketball, was die Raubkatzen vor große Probleme stellte. Schritt für Schritt schraubte Jena den eigenen Vorsprung nach oben. Eine Minute später waren es beim Stand von 54:38 bereits satte 16 Punkte. Wie so oft in den letzten Spielen zuvor, verloren die Raubkatzen die Kontrolle über die Begegnung und waren oft nur zweiter Sieger. Die Partie war bereits im dritten Viertel entschieden, die Körpersprache von den Gästen war deutlich besser. Dazu kam die individuelle Klasse von Jena, immer wieder gelangen leichte Punkte. Ein Dreier von Robert Zinn zum 45:60 zwang Harmsen jedoch zu seinem dritten Timeout. Die Schwaben gaben sich aber nicht auf, mit vollem Einsatz stemmte man sich gegen die Niederlage. Auch Stewart erhielt nach 29 Minuten (Stand 47:60) ein unsportliches Foul an Bowlin. Lee (ein Punkt) kassierte nach einem rabenschwarzen Tag in der gleichen Minute ebenfalls sein viertes Foul. Kyle Weaver erhöhte den Vorsprung 24 Sekunden vor dem Ende des dritten Viertels erstmals auf 20 Zähler (67:47), den Bonusfreiwurf legte der US-Amerikaner zum 68:47-Zwischenstand nach dem dritten Abschnitt ins Netz.

Ergebnisverwaltung von Jena im Schlussabschnitt

Der nächste Altmeister, Immanuel McElroy, zeigte seine Klasse und traf zwei Dreier zur Eröffnung des Schlussabschnitts zum 74:47. Der 38-Jährige war mit 15 Zählern bis dato bester Punktesammler in der Partie. Tübingen scheint dem Spieler mit der Nummer 23 zu gefallen. Mit Jena, seinen ehemaligen Teams aus Berlin, Braunschweig und Köln, absolvierte McElroy immer gute Spiele in der Paul Horn-Arena. Die Tigers agierten weiter mit einer Zonenverteidigung, gegen das effektive Spiel der Thüringer war aber auch mit dieser Maßnahme kein Kraut gewachsen. Die Begegnung plätscherte nun vor sich hin, zu groß war die Führung der Harmsen-Schützlinge. Mit dem 91:63 durch Oliver Mackeldanz Sekunden vor dem Ende hatten sich alle elf Akteure der Gäste in die Punkteliste eintragen können. Nach 40 Minuten stand für die Tübinger Raubkatzen die 27. Niederlage im 28. Saisonspiel fest - Endergebnis: 64:91.

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Dschungelgeflüster – der etwas andere Blick rund um das Spielgeschehen:

Sportlicher Abstieg besiegelt: Nach der Niederlage gegen Jena sind die WALTER Tigers Tübingen nunmehr auch sportlich abgestiegen. Im 28. Spiel war es die 27. Niederlage, zuletzt wurden 16 Begegnungen in Folge nicht siegreich gestaltet. Somit müssen die Raubkatzen in der kommenden Spielrunde in der ProA an den Start gehen. Seit dem Aufstieg in der Saison 2003/2004 mit irren Spielen gegen ratiopharm ulm spielten die Unistädter zuletzt 14 Jahre am Stück im deutschen Basketball-Oberhaus. In den noch ausstehenden sechs Partien wollen sich die Schützlinge von Trainer Mathias Fischer ehrenvoll verabschieden. Bereits seit Wochen laufen die Planungen im Tübinger Management dahingegen, dass man für die neue Spielrunde eine schlagkräftige Truppe an den Start bringt, um hoffentlich wieder mehr Spiele gewinnen zu können.

Happy Birthday, Reggie Upshaw!: Am heutigen Samstag feierte Reggie Upshaw seinen 23. Geburtstag. Zum ersten Mal außerhalb der Heimat USA - jedoch weilte seine Freundin Randi Cookus zusammen mit dem Power Forward der Raubkatzen in Tübingen. Im heutigen Spiel gegen Jena kam Upshaw in knapp 39 Minuten auf 14 Punkte und zehn Rebounds. Die WALTER Tigers Tübingen gratulieren dem US-Amerikaner herzlich und wünschen für die Zukunft alles Gute, viel Erfolg und noch mehr Gesundheit!

Als Erster in der Arena: Um 18:06 Uhr fuhr der Teambus von Science City Jena an die Paul Horn-Arena vor. In der bisherigen 14-jährigen Bundesliga-Zugehörigkeit der Tübinger Bundesliga-Basketballer erschien noch nie ein Team derart früh vor Spielbeginn (20:30 Uhr) im Dschungel. Björn Harmsen, Trainer des Teams aus Thüringen, hatte klare Antwort auf das frühe Erscheinen. „Der Tag im Hotel ist bei einem Spielbeginn am späten Abend derart lange. Ich möchte, dass die Spieler sich intensiv aufwärmen und aufwachen“, so der 35-Jährige, der Igor Jovovic vom Mitteldeutschen BC der zweitjüngste in der easyCredit Basketball Bundesliga ist. Die Maßnahme hatte sich nach dem Spiel gelohnt.

Auf dem Bike: Am Ende der Mannschaftsbank von Science City Jena stand ein "Indoor-Bike" für die Spieler der Mannschaft von Trainer Björn Harmsen. Während dem Warmmachen nutzten viele Akteure das Gerät um Anzuschwitzen. Hauptsächlich nutzten das Bike Forward Julius Wolf, Kyle Weaver, Skyler Bowlin und Maximilian Ugrai, um sich auch in der Ruhephase auf der Bank warm und einsatzbereit zu halten. In Erinnerung bleibt das "Indoor-Bike" vor allem bei den Gastspielen der Artland Dragons in den Personen von Darius Hall und später auch des ehemaligen Tübingers Kenny Frease.

Trikotübergabe: In den letzten Wochen wurden die getragenen Spielshirts der Mannschaft der WALTER Tigers Tübingen für die Tübinger Kinderklinik versteigert. Die zwölf Jerseys erbrachten einen Gesamterlös von 1384 Euro, das Trikot von Mathis Mönninghoff ging für 100 Euro an eine neue Besitzerin. Iris Göhner aus Rangendingen sicherte sich das schwarze Spielshirt des 26-Jährigen. Nach der Partie gegen die Thüringer erhielt die Bietende das Trikot von Mönninghoff in den Katakomben der Paul Horn-Arena.

WALTER Tigers Tübingen (Tobias Fischer)

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Die April-Ausgabe von BIG – Basketball in Deutschland ist ab 3. April im Handel

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