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In der zweiten Halbzeit den Faden verloren! Tigers unterliegen in Braunschweig mit 77:94

02.04.2018

Foto: Robert Kagelmann

Die WALTER Tigers Tübingen haben am Ostermontag vor 2914 Zuschauern in der Braunschweiger Volkswagenhalle mit 77:94 (42:37) bei den Basketball Löwen Braunschweig verloren. Nach einer starken ersten Halbzeit, in der die Tübinger geschlossen als Team auftraten, verloren die Raubkatzen in der zweiten Hälfte vor allem am eigenen Ende des Parketts den Faden und gestatteten den Gastgebern viel zu viele einfache Punkte. Bitter, nachdem man in den ersten 20 Minuten über weite Strecken sehr gut verteidigt hatte. Beste Punktesammler bei den Schwaben, die das Rebound-Duell mit 31:43 verloren, waren Reggie Upshaw und Barry Stewart mit jeweils 16 Zählern. Letzterer kam zudem auf acht Rebounds sowie vier Assists. Auf Seiten der gastgebenden Löwen erzielte Scott Eatherton abermals ein Double Double (22 Punkte, 13 Rebounds) und wurde zum Matchwinner für sein Team. Löwen-Guard DeAndre Lansdowne schrammte mit 13 Zählern, neun Abprallern und neun Vorlagen nur haarscharf an einem seltenen Triple Double vorbei. Weiter geht es für die WALTER Tigers Tübingen am kommenden Samstag (20:30 Uhr, Paul Horn-Arena) mit einem Heimspiel gegen Science City Jena.

Die Stimmen:

Frank Menz (Trainer Basketball Löwen Braunschweig): "Für uns war das heute ein ganz schwieriges Spiel. Wir konnten eigentlich nur verlieren. Wenn man nach der Tabelle geht, dann sieht es so aus, als müssten wir hier deutlich gewinnen. Aber Tübingen hat trotz ihrer Niederlagen viele sehr, sehr gute Spiele gemacht und knappe Ergebnisse erzielt. Tübingen hat dann auch erwartet gut gespielt, eine sehr starke erste Halbzeit. Wir wollten dann in der zweiten Halbzeit defensiv anziehen und so spielen, wie wir es die letzten Heimspiele gemacht haben. Ich denke wir haben dann auch offensiv gut gespielt. Ich freue mich, dass so viele Zuschauer da waren, die Atmosphäre war super. Wir haben jetzt fünf der letzten sechs Heimspiele gewonnen und die Jungs haben noch Appetit auf mehr."

Mathias Fischer (Trainer WALTER Tigers Tübingen): "Glückwunsch an Braunschweig zu diesem Sieg. Meine Mannschaft hat eine solide erste Halbzeit gespielt. Offensiv haben wir den Ball gut bewegt, schnell gespielt und wir haben unsere Möglichkeiten genutzt. Das ist uns allerdings in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht mehr gelungen. Es zeigten sich dann bei uns auch erste Ermüdungserscheinungen und wir haben Braunschweig viel zu viele Punkte ermöglicht. Darunter hat auch unser Selbstvertrauen gelitten. Am Ende geht der Sieg für Braunschweig in Ordnung."

Der Spielverlauf:

Zu Spielbeginn schickte Trainer Mathias Fischer Jared Jordan, Barry Stewart, Mathis Mönninghoff, Reggie Upshaw und Sid-Marlon Theis auf das Feld. Beide Kontrahenten starteten hektisch in die Partie: Ballverluste, Fehlwürfe und Abläufe der 24-Sekunden-Uhr reihten sich aneinander. Ein deutliches Ausrufezeichen setzte in der Anfangsphase Braunschweigs Anthony Morse, der einen Dunking-Versuch von Mönninghoff spektakulär blockte. Über 90 Sekunden waren vergangen, bis Stewart per Dreier zum 3:0 die ersten Zähler des Spiels erzielte. Auch wenn anschließend auch den Basketball Löwen in Person von Nemanja Jaramaz ihre ersten Punkte gelangen, machten es die Gäste den Gastgebern in den ersten fünf Minuten sehr schwer zu scoren. Vor allem in der Defensive präsentierten sich die Tübinger im ersten Viertel hellwach, jedoch kamen die Braunschweiger immer wieder zu zweiten Wurfchancen nach Offensiv-Rebounds. Beim Stand von 9:8 aus Tigers-Sicht setzte auch Rückkehrer Theis ein klares Statement und versenkte in der sechsten Minuten einen krachenden Dunking zum 11:8. Es ging nun rauf und runter, die Fischer-Schützlinge wirkten zu diesem Zeitpunkt jedoch konsequenter als die Gastgeber. Nachdem Upshaw 35 Sekunden vor Ende des ersten Viertels von „Downtown“ zum 20:12 getroffen hatte, nahm Löwen-Coach Frank Menz seine erste Auszeit. Mit einem ebenfalls erfolgreichen Dreier verkürzte Braunschweigs Thomas Klepeisz zum 15:20, gleichbedeutend mit dem Spielstand nach den ersten zehn Minuten.

Führung pendelt sich zwischen fünf und zehn Punkten ein

Die ersten Zähler des zweiten Viertels gehörten Löwen-Guard Bazoumana Koné, bevor Malcolm Lee seine Tigers in der zwölften Mitte per Distanzwurf mit 23:18 in Führung brachte. Zwei darauffolgende Freiwürfe von Scott Eatherton konterte der gut aufgelegte Stewart mit einem Korbleger mit Foul und brachte sein Team damit mit nach zwölf Minuten 26:20 in Front. In dieser Phase agierten die WALTER Tigers Tübingen defensiv weiterhin konzentriert und auch offensiv lief es - Lee ließ einen weiteren Dreier zur höchsten Führung von 29:20 folgen (13. Minute). Überhaupt gestattete man den Menz-Schützlingen - vor allem in der Zone - kaum einfache Würfe. Dennoch entschied sich Fischer beim Stand von 31:24 nach knapp 15 Minuten für die erste Dienstbesprechung. Kurz darauf fing sich der bis dato starke Lee sein drittes Foul ein und musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Doch auch das brachte die mit einer positiven Körpersprache auftretenden Tübinger zunächst nicht aus dem Konzept: Gut zwei Minuten vor der Halbzeit traf Upshaw nach schönem Spin-Move zum 37:30. Der Top-Center der Gastgeber, Eatherton, kam jetzt zwar besser in Schwung, doch auch darauf hatten die Schwaben durch einen Jordan-Dreier und zwei Freiwürfe von Theis die richtigen Antworten parat - Spielstand 40:33 nach 19 Minuten. Nachdem Braunschweigs Youngster Lars Lagerpusch seinen Kurzeinsatz mit vier Zählern genutzt hatte, leuchtete zur Halbzeit-Pause eine 42:37-Führung für die Gäste von der Anzeigetafel.

Zu Beginn der zweiten Hälfte verpassten es die Tigers, ihre Chancen zu nutzen. Mehrere offene Dreier verfehlten ihr Ziel in dieser Phase. Doch defensiv war man zunächst weiterhin präsent, vor allem Stewart half in der Zone mehrfach mit schnellen Händen stark gegen den viel größeren Eatherton aus. Die Partie gewann nun an Tempo, zudem zeigten sich beide Teams treffsicher aus der Distanz. Dabei traf Tigers-Kapitän Jordan einen verrückten einbeinigen Dreier zum 45:41 (23.), den er fast von der Mittellinie mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr abfeuerte. Nach zahlreichen weiteren wilden Abschlüssen beider Teams kamen die Basketball Löwen immer näher an die Tigers ran und gingen durch einen Halbdistanz-Treffer von Klepeisz zum ersten Mal in der gesamten Partie mit 52:51 in Führung (27.) Die Tigers verloren jetzt defensiv völlig den Faden, vor allem in der Transition-Defense, aber auch im Set-Play waren die Tübinger nun anfällig. Ein 4:17-Lauf in den letzten vier Minuten des dritten Viertels bedeutete einen 55:65-Rückstand nach 30 gespielten Minuten.

Braunschweig abgeklärt

Erneut erzielte Koné zu Beginn eines Viertels die ersten Punkte und brachte seine Löwen somit mit zwölf Zählern (67:55) in Front (31.). Darauf sinnbildlich für die Tübinger Leistung und auch die ganze Saison: Ein In-and-Out-Korbleger von Phillipp Heyden, der eigentlich schon im Korb war, rollt bitter wieder heraus. Während Braunschweig nun voll im Spiel war und sich extrem treffsicher zeigte, gelang der Fischer-Truppe an beiden Enden des Parketts nichts mehr. Folglich nahm der Tübinger Übungsleiter beim Stand von 56:75 in der 33. Minute seine zweite Auszeit. Offenbar hatte Fischer die richtigen Worte gefunden, denn sein Team erzielte durch Upshaw, Stewart und Jordan schnelle neun Punkte, sodass Menz trotz einer 77:65-Führung seiner Löwen zum Timeout bat. Weitere Treffer von jenseits der 6,75-Meter-Linie von Upshaw und Mönninghoff brachten die Raubkatzen in der 37. Minute beim Zwischenstand von 71:79 sogar nochmals bis auf acht Zähler an die Gastgeber heran. Doch die Löwen agierten in den letzten drei Minuten sehr routiniert und fuhren nach der starken Halbzeit einen verdienten 94:77-Sieg gegen die WALTER Tigers Tübingen ein. 

Hier geht’s zur Statistik!

Dschungelgeflüster - der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Zurück zum Anfang: Von 2014 bis 2017 trug Tigers-Forward Sid-Marlon Theis das Trikot der Basketball Löwen Braunschweig. Damals vom ProA-Ligisten aus Ehingen nach Niedersachsen gewechselt, sammelte Theis bei den Löwen einst erste Bundesliga-Erfahrungen und stand im Laufe der drei Jahre in insgesamt 81 easyCredit BBL-Spielen für die Braunschweiger auf dem Parkett. Am heutigen Ostermontag kam der 24-Jährige bei seiner ersten Rückkehr in die Volkswagenhalle auf elf Punkte, fünf Rebounds und zwei Assists in knapp 31 Minuten Einsatzzeit.

Osterei-Suche: Für die Partie am Ostermontag haben sich die Basketball Löwen Braunschweig etwas Besonderes ausgedacht. Neben kleinen Schoko-Eiern an den Presseplätzen wurden rund um die Sitzplätze in der Volkswagenhalle Ostereier versteckt. Jeder Finder durfte sich im Anschluss über einen Fanartikel der Löwen wie T-Shirts oder Schals freuen. 

Braunschweiger Heimstärke im neuen Jahr: Das Duell gegen die Tübinger Raubkatzen war für die Basketball Löwen Braunschweig das sechste Heimspiel im Jahr 2018. Mit dem heutigen Sieg kann die Mannschaft von Frank Menz eine stolze Bilanz von fünf Erfolgen in der Volkswagenhalle seit dem Jahreswechsel aufweisen - nur gegen Tabellenführer FC Bayern München (82:91) musste man sich nach hartem Kampf geschlagen geben. Neben dem heutigen 94:77-Sieg gegen die Neckarstädter setzten sich die Löwen 2018 daheim auch schon gegen Jena (69:68), Gotha/Erfurt (82:68), Frankfurt (77:74) und Weißenfels (71:63) durch.

Kleines Jubiläum: Ursprünglich als Doppellizenz-Spieler in der Regionalliga und in der easyCredit BBL nach Tübingen geholt, hat sich Jacob Mampuya mittlerweile einen festen Platz im Bundesliga-Kader der WALTER Tigers Tübingen erarbeitet. In den letzten Wochen stiegen die Spielanteile des 23-Jährigen kontinuierlich an, wofür sich Mampuya mit guten Leistungen wie gegen Ulm (zehn Punkte) und Gießen (elf Punkte) bedankte. Heute absolvierte der gebürtige Berliner seinen zehnten Einsatz im deutschen Basketball-Oberhaus. Bei seinem kleinen Jubiläum stand Mampuya jedoch nur gut fünf Minuten auf dem Parkett und trug sich dabei mit jeweils einem Block sowie Steal in den Statistikbogen ein. 

Prominenz an der Pfeife: Mit Robert Lottermoser leitete der renommierteste deutsche Schiedsrichter die Begegnung zwischen Braunschweig und Tübingen. Der gebürtige Bernauer pfeift nicht nur in der easyCredit BBL, sondern kommt auch regelmäßig in der EuroLeague zum Einsatz. Außerdem gehörte Lottermoser zum Schiedsrichter-Aufgebot bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro. Heute standen dem 41-Jährigen die Kollegen Bastian Bänsch und Nicolai Bohn zur Seite.

WALTER Tigers Tübingen (Daniel Bauer)

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Kyle Weaver Tress "man of the match"

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Jenkins, Allen & Co. zu Gast in Tübingen - Tigers empfangen Science City Jena

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"Jeder erwartet einen Sieg von uns" - Julius Wolf von Science City Jena im Interview

05.04.2018

Forward Julius Wolf spielt aktuell seine fünfte Saison in Jena und wird darüber hinaus auch den Thüringern erhalten bleiben. Am Samstag tritt Wolf mit Science City Jena (20:30 Uhr, Paul Horn-Arena) in Tübingen an. Im Interview spricht der 25-Jährige über die persönliche sowie die Situation des Teams in der aktuellen Saison 2018/2019. Julius, Jena spielt auch in dieser Spielzeit 2017/2018 eine solide Saison. Mit dem Abstieg hatte das Team nie etwas zu tun. Was sind aus deiner Sicht die Erfo...  mehr


 

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