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Tolle Leistung bleibt unbelohnt! 74:81-Niederlage im Derby gegen ratiopharm ulm

04.11.2017

Bild: Pressefoto Ulmer / Markus Ulmer

Es hat nicht sollen sein! Die WALTER Tigers Tübingen haben das schwäbische Derby - präsentiert von iPoint (www.ipoint-systems.com) - gegen ratiopharm ulm vor 3132 Zuschauern in der ausverkauften Paul Horn-Arena mit 74:81 (34:33) verloren. Die Mannschaft von Trainer Tyron McCoy zeigte bei der achten Niederlage im achten Spiel dabei die bisher beste Saisonleistung, jedoch musste man sich am Ende erneut den Ulmern von Trainer Thorsten Leibenath geschlagen geben. Über weite Phasen der Begegnung waren die Hausherren die bessere Mannschaft. Bis zur 32. Minute lagen die Raubkatzen immer in Führung, Ulms Per Günther sorgte mit zwei Zählern zum 62:60 für die erste Führung. Trotz großen Kampfes konnten sich die Tübinger nicht mehr zurückkämpfen. Nach 40 Minuten jubelten die gut 450 Fans aus Ulm, die Tübinger Anhänger müssen indes weiter auf den ersten Sieg warten. Bester Spieler der Partie war Reggie Upshaw mit 27 Zählern, bei Ulm traf Luke Harangody mit 20 Punkten am besten.

Die Stimmen:

Tyron McCoy (Trainer WALTER Tigers Tübingen): "Zunächst Glückwunsch an Coach Leibenath zu diesem Sieg. Heute ist einer der härtesten Tage, seitdem ich Trainer bin. Ich denke, wir haben heute ein tolles Spiel gezeigt. Die Mannschaft hat über weite Strecke der Partie toll gespielt, offensiv wie defensiv. Im Laufe des Spiels hat sich Ulm in die Begegnung gekämpft und einige harte Treffer erzielt. Das tut sehr weh, dass wir dieses Spiel nicht gewinnen konnten. Am Ende war es wieder wie bei einigen anderen Spielen auch, wir können uns einfach nicht für eine gute Leistung belohnen und stehen leider wieder ohne Zählbares da."

Thorsten Leibenath (Trainer ratiopharm ulm): "Ich bin natürlich glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir sind heute als Gewinner vom Platz gegangen, weil wir einige schwierige Würfe getroffen haben. Insbesondere Da`Sean Butler und Luke Harangody haben uns diesbezüglich sehr geholfen. Dazu haben wir von Toure Murry sehr viel Energie in der Defensive erhalten. Man muss sagen, dass Tübingen besser auf uns vorbereitet war und insgesamt auch frischer war. Die Tigers hatten auch die bessere Spielanlage, und wenn Tübingen die Begegnung gewinnt, dürfen wir uns nicht beschweren. Am Ende hatten sie auch ein wenig Pech, dass einige freie Würfe nicht gefallen sind. So sind wir sehr glücklich, dass wir mit zwei Punkten zurück nach Ulm fahren können."

Der Spielverlauf:

Vor dem ersten Hochball gab es eine Schweigeminute für das Hagener Basketball-Urgestein Matthias Grothe, der unter der Woche nach schwerer Krankheit im Alter von nur 39 Jahren verstorbenen war. Die Raubkatzen starteten mit Jared Jordan, Kris Richard, Ryan Brooks, Upsahw und Tony Easley in die Partie. Und die Tübinger begannen zunächst furios! Nach fünf gespielten Minuten lag die McCoy-Truppe mit 13:2 in Front - Richard (6:0, dritte Minute) und Upshaw (13:2, fünfte Minute) verwandelten dabei jeweils einen spektakulären Spielzug per Dunking. Die Hausherren zeigten sich enorm bissig und hoch motiviert, dem Favoriten einen heißen Tanz zu liefern. Auf der anderen Seite zeigten die Ulmer Nervosität und leisteten sich gleich mehrere Ballverluste. Leibenath nahm daraufhin gleich seine Auszeit, was im weiteren Verlauf des ersten Abschnitts Wirkung zeigte. Angeführt von Luke Harangody (zehn Zähler) verkürzten die Gäste bis zum Viertelende auf 13:19. Der ehemalige NBA-Profi traf alle seine vier Feldwürfe und brachten die Ulmer so langsam auf Touren. Positiv bei den Tigers: Die Defensive, zuletzt eine Schwachstelle, zeigte sich stark verbessert. 

Ulmer kämpfen sich heran, Raubkatzen trotzdem immer in Führung

Spätestens nach fünf Zählern in Folge von Da`Sean Butler zum 19:23 waren die Ulmer Spatzen richtig im Derby angekommen. McCoy nahm in der 14. Minute sein erstes Timeout. Beide Kontrahenten kämpfen mit viel Einsatz und Leidenschaft um jeden Ball zur Freude des begeisterten Publikums im Tübinger Dschungel. Auch positiv: Die Neckarstädter agierten gut beim Rebounding und ließen den Orangenen nur kaum zweite Wurfchancen gewähren. In der Defensive arbeiteten die Tigers gut und im Angriff zeigten die Raubkatzen ihre Möglichkeiten: Insidegame und Distanzwürfe. Upshaw war nach fünf Punkten in Serie bis zur 16. Minute mit 13 Zählern Topscorer der Begegnung - Auszeit Ulm. Günther traf nach genau 16 gespielten Zeigerumdrehungen seine ersten Punkte per Dreier im Spiel (22:28). Zwei Minuten später führten die McCoy-Schützlinge mit 34:24, bevor Ulm einen 7:0-Lauf bis 30 Sekunden vor Ende des zweiten Viertels gelang (Spielstand 34:31, Auszeit Tübingen). 0,3 Sekunden vor der Halbzeitpause foulte Jordan sein Gegenüber Günther beim Dreier, der Ulmer Blondschopf verwandelte zwei der drei Freiwürfe zum 34:33-Zwischenstand für den Gastgeber. Schade, durch eine couragierte Vorstellung wäre eine höhere Führung auf jeden Fall drin gewesen. Auffallend: Die Ulmer kassierten in den ersten 20 Minuten nur drei Fouls, die Tübinger deren neun und gingen nicht einmal an die Freiwurflinie.

Der bisher überragende Upshaw erzielte die ersten Zähler im dritten Abschnitt per Tip-in (36:33, 21. Minute). Die Raubkatzen legten gleich zu Beginn nach Wiederanpfiff die gleiche Intensität wie zu Beginn an den Tag und blieben weiter im Spiel - und auch in Führung. Vor allem Upshaw war nicht zu stoppen: Der 22-jährige Rookie spielte wie aus einem Guss. Nach 24 Minuten hatte der US-Amerikaner bereits 25 Zähler gesammelt (Spielstand: 46:40). Butler mit 14 Punkten und Harangody mit 18 Zählern hielten die Gäste im Spiel, jedoch konnte auch das Duo seine Farben bis dato nicht in Führung bringen. Das Spiel blieb auf Messers Schneide - nach 28 Minuten führten die Tübinger weiter mit 55:51. Toure Murry sorgte nach einem Ballverlust von Mathis Mönninghoff 77 Sekunden vor dem Viertelende für den ersten Ausgleich im Spiel (55:55). Nach 30 gespielten Minuten stand es 57:57, der Schlussabschnitt musste die Entscheidung bringen. Weder McCoy und Leibenath nahmen im dritten Viertel eine Auszeit.

Erste Ulmer Führung reicht zum Sieg

Nach 31:18 Minuten war es dann doch passiert: ratiopharm ulm ging durch Günther erstmals in Führung, Murry legte vier Sekunden später den nächsten Ball in den Tübinger Korb. Auszeit Tübingen beim Stand von 60:64 nach 32 Minuten. Je länger das Spiel dauerte, desto besser kamen die Gäste aus der Münsterstadt in die Partie. Kampf war Trumpf, auch bei den Ulmern. Es war eine wahre Freude beiden Teams beim Nachgang ihrer Arbeit auf dem Parkettboden zuzuschauen. Keine Mannschaft konnte sich absetzen, zu groß war die Gegenwehr auf beiden Seiten. 248 Sekunden vor Rambo nahm Leibenath beim Stand von 70:69 seine nächste Auszeit. Die beiden Kommandogeber gaben ihren Schützlingen die letzten Anweisungen für eine spannende Schlussphase auf den Weg. Bei den Gästen kamen die Worte ihres Trainers besser an: Ryan Thompson und Murry erzielten vier schnelle Zähler für die Gäste. Spielstand 74:69 bei noch gut zweieinhalb Minuten auf der Uhr, Auszeit Tübingen. Butler (79:71) sorgte mit einem Buzzer Beater von der Dreierlinie 61 Sekunden vor der finalen Sirene letztendlich für die Entscheidung zugunsten der Leibenath-Truppe. Schade, denn die Tigers zeigten eine tolle Vorstellung, ein Sieg hätte der Mannschaft so gut getan. 

Hier geht`s zur Statistik!

Dschungelgeflüster - der etwas andere Blick rund um das Spiel:

Hoher Besuch in Tübingen: Das beste Derby der Liga lockte auch Funktionäre aus der BBL nach Tübingen. BBL-Geschäftsführer Dr. Stefan Holz sowie BBL-Präsident Alexander Reil weilten unter den 3132 Zuschauern in der erstmals in dieser Saison ausverkauften Paul-Horn-Arena in Tübingen. Auch die sportliche Komponente war vertreten: Neu-Bundestrainer Henrik Rödl machte sich vor Ort ein Bild der deutschen Spieler. 

Training unter Wettkampfbedingungen: Eine ganze Woche konnte die Mannschaft von Trainer Tyron McCoy unter richtigen Wettkampfbedingungen in der Tübinger BBL-Spielstätte trainieren. Grund waren die Herbstferien, in welchen die Oberfläche des Parkettbodens bearbeitet wurde. Eine gute Sache, damit sich die Akteure um Kapitän Jared Jordan an das Licht und an die Körbe über einen längeren Zeitraum gewöhnen können. Die WALTER Tigers Tübingen bedanken sich an dieser Stelle bei der Hallenbetreibergesellschaft der Stadt Tübingen um Geschäftsführerin Claudia Patzwahl für diese Möglichkeit. Herzlichen Dank!

Weiße Weste von Leibenath: Ulms Trainer Thorsten Leibenath bestreitet in dieser Saison 2017/2018 seine insgesamt sechste Spielzeit als Verantwortlicher an der Seitenlinie der Donaustädter. Und seine Bilanz gegen den schwäbischen Rivalen ist makellos: Im 13. Duell feierte der 42-Jährige seinen 13. Sieg in Serie. Eine irre Bilanz, die selbst Leibenath zum Schmunzeln bringt: "Wir hatten in der Vergangenheit oftmals Spiele, die wir hätten auch gut und gerne verlieren können. Ich erinnere mich, wie ich mehrmals in der Kabine mächtig laut werden musste", erzählte Leibenath vor dem ersten Hochball. Pikant: Leibenath hat wie Tübingens Big Man Reggie Upshaw am 7. April seinen Ehrentag.

Premiere in Tübingen: In der Regel sind immer die gängigen Gesichter an BBL-Kommissaren am Tübinger Kampfgerichtstisch vertreten. Nicht dieses Mal beim schwäbischen Derby zwischen den WALTER Tigers Tübingen und ratiopharm ulm. Mit Christian Eichhorn feierte ein BBL-Verantwortlicher seine Premiere gleich im besten Derby der Liga in der Universitätsstadt am Neckar. Der aus Langen stammende Offizielle ist seit der Spielzeit 2014/2015 als BBL-Kommissar im Einsatz. 

Happy Birthday!: Seit Herbst 2011 verbindet die WALTER Tigers Tübingen mit den Martin-Bonhoeffer-Häusern (www.mbh-jugendhilfe.de) eine Sozialpartnerschaft. Eines der ersten Kinder, das am Programm teilnahm, war Kevin Klingenstein. Über die Jahre hinweg wurde der Jugendliche zu einem der bekanntesten Gesichter dieser Verbindung. Zeitweise war Klingenstein auch als Hallenwischer bei den Raubkatzen tätig. Am heutigen Samstag feiert Kevin Klingenstein seinen 19. Geburtstag. Die WALTER Tigers Tübingen gratulieren zum Ehrentag und wünschen viel Glück und Erfolg in der Zukunft!

WALTER Tigers Tübingen (Tobias Fischer)

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Tübinger Raubkatzen treffen auf die Telekom Baskets Bonn! Gelingt der Befreiungsschlag?

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