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Rechenspiele - Was wäre wenn? von Johannes Beyer

Die Ausgangsposition vor den finalen beiden Spieltagen in der Beko Basketball Bundesliga könnte kaum spannender sein. Gleich fünf Mannschaften kämpfen um die letzten drei Playoffplätze. Die WALTER Tigers gehen mit einer Bilanz von 32:32 in dieses überaus spannende Rennen. Wir haben mehrere Möglichkeiten durchgespielt, wie die Tigers eine tolle Saison krönen könnten – dafür müssen jedoch auch die anderen Vereine mitspielen.

Tübingen ist dabei, wenn…


die Tigers einen Sieg aus den verbleibenden Partien holen und die Telekom Baskets Bonn, s.oliver Baskets Würzburg und Phoenix Hagen kein Spiel mehr gewinnen sollten. Es kommt folglich zu einem Vergleich zwischen vier Mannschaften. Würzburg hätte dabei die Nase mit vier Siegen und zwei Niederlagen vorne und würde Platz sieben belegen. Dahinter stehen die Tigers und die Telekom Baskets Bonn mit jeweils drei Siegen und drei Niederlagen, gefolgt von Phoenix Hagen mit zwei Siegen und vier Niederlagen. Wer jetzt denkt, dass die zwei Siege der Tigers gegen Bonn für die Playoffs reichen, der täuscht sich. Hier greift der Quotient der erzielten und kassierten Punkte innerhalb der Vierergruppe. Dieser liegt bei den Tübingern bei 1,01 (470:465) und bei den Bonnern bei 1,004 (517:515). Bei dieser Rechnung müssten unsere Jungs ihren Sommerurlaub verschieben!

Tabelle, wenn Würzburg, Bonn, Hagen und Tübingen eine Bilanz von 34:34 aufweisen.

7.   s.oliver Baskets Würzburg   4:2
8.   WALTER Tigers Tübingen  3:3 (Quotient 1,01)
9.   Telekom Baskets Bonn        3:3 (Quotient 1,004)
10. Phoenix Hagen                   2:4

Tübingen ist dabei, wenn…


die Tigers einen Sieg aus den verbleibenden Partien holen, Würzburg mindestens ein Spiel gewinnt und Bonn sowie Hagen kein Spiel mehr gewinnen.

Tabelle wenn Bonn, Hagen und Tübingen eine Bilanz von 34:34 aufweisen.

8.   WALTER Tigers Tübingen    3:1
9.   Telekom Baskets Bonn          2:2
10.  Phoenix Hagen                    1:3

Tübingen ist dabei, wenn…

die Tigers zwei Siege aus den verbleibenden Partien holen, Hagen am Samstag gegen die Artland Dragons Quakenbrück gewinnt (die Dragons in der Folge gegen Trier verlieren) und Bonn als auch Würzburg noch maximal ein Spiel gewinnen. Somit würde es zu einem Vergleich zwischen fünf Mannschaften kommen, die jeweils eine Bilanz von 36:32 aufweisen.   

Tabelle, wenn Quakenbrück, Würzburg, Bonn, Hagen und Tübingen eine Bilanz von 36:32 aufweisen. Wer in dieser Rechnung (ein Hagener Sieg in Quakenbrück und kein weiterer Sieg der Dragons vorausgesetzt) Platz acht belegen würde, kann aufgrund des unvollständigen Qutienten von Quakenbrück und Hagen erst am Samstag errechnet werden.

6.   s.oliver Baskets Würzburg     5:3
7.   WALTER Tigers Tübingen    5:3

8.   Quotient n.V.                       3:3
9.   Quotient n.V.                       3:3
10. Quotient n.V.                       3:3

Tübingen ist dabei, wenn…


die Tigers zwei Siege aus den verbleibenden Partien holen, Hagen kein Spiel mehr gewinnt (Quakenbrück somit mindestens einen Sieg) und Würzburg sowie Bonn maximal einen Sieg holen. Es käme zum Dreier-Vergleich zwischen Würzburg, Bonn und Tübingen (Bilanz 36:32)

Tabelle, wenn Würzburg, Bonn und Tübingen eine Bilanz von 36:32 aufweisen:

7.   s.oliver Baskets Würzburg    3:1
8.   WALTER Tigers Tübingen   2:2

9.   Telekom Baskets Bonn         1:3

Tübingen ist dabei, wenn...

die Tigers zwei Siege aus den verbleibenden Partien holen, Hagen sowie Bonn maximal ein Spiel gewinnen, Quakenbrück mindestens einen Sieg holt und Würzburg die letzten beiden Partien verliert.

Tabelle, wenn Hagen, Bonn und Tübingen eine Bilanz von 36:32 aufweisen:

8.   WALTER Tigers Tübingen    3:1
9.   Telekom Baskets Bonn          2:2
10. Phoenix Hagen                     1:3

Tübingen ist dabei, wenn…


die Tigers zwei Siege aus den verbleibenden Partien holen, Würzburg nicht mehr verliert, Quakenbrück und Bonn sieglos bleiben und Hagen nur noch einen Sieg gegen die Artland Dragons feiert. Die Folge wäre ein Dreier-Vergleich zwischen Quakenbrück, Hagen und Tübingen.

Tabelle, wenn Hagen, Quakebrück und Tübingen eine Bilanz von 36:32 aufweisen:

8.   WALTER Tigers Tübingen    3:1

9.   Telekom Baskets Bonn          2:2
10. Phoenix Hagen                     1:3


Vielleicht mögen die Konstellationen teilweise nicht zu weit entfernt. Doch die Saison kann für die Tigers auch sehr schnell beendet sein.

Die Saison ist beendet, wenn…

die Tigers gegen Braunschweig und Ulm verlieren.

Die Saison ist beendet, wenn…


Hagen, Bonn und Würzburg kein Spiel mehr verlieren.

Die Saison ist beendet, wenn…


Tigers ein Spiel gewinnen und mindestens zwei Mannschaften (Hagen, Bonn und/oder Würzburg) jeweils ein Spiel gewinnen.

Die Saison ist beendet, wenn…

die Tigers zwei Spiele gewinnen, Quakenbrück mindestens einen Sieg holt und Würzburg sowie Hagen ein Spiel für sich entscheiden.

Tabelle, wenn Würzburg, Hagen und Tübingen eine Bilanz von 36:32 aufweisen:

7.   s.oliver Baskets Würzburg    3:1
8.   Phoenix Hagen                    2:2
9.   WALTER Tigers Tübingen   1:3

Die Saison ist beendet, wenn…


die Tigers zwei Spiele gewinnen, Bonn ohne Niederlage bleibt, Quakenbrück keinen Sieg mehr holt und Würzburg sowie Hagen maximal ein Spiel gewinnen.

Tabelle, wenn Quakenbrück, Würzburg, Hagen und Tübingen eine Bilanz von 36:32 aufweisen und Bonn 38:30:

6.   Telekom Baskets Bonn    
7.   s.oliver Baskets Würzburg     4:2
8.   Phoenix Hagen                     4:2
9.   WALTER Tigers Tübingen    3:3
10. Artland Dragons                    1:5

Mit Sicherheit gibt es noch weitere Möglichkeiten, die hier nicht miteinbezogen wurden. Zudem sind alle geschilderten Möglichkeiten ohne Gewähr auf ihre Richtigkeit. Letztendlich müssen die Tigers auf sich selbst schauen und nicht auf das „was wäre wenn“. Alles Rechnen hilft nicht, wenn die Tigers ihre Spiele nicht gewinnen. Und die Jungs sind heiß und wollen die letzten beiden Spiele der Hauptrunde gewinnen. Ob es dann am Ende für die Sensation reicht, steht erst nach dem 34. Spieltag fest. Doch egal wann die Saison endet, können wir auf die Leistung unserer Jungs stolz sein und auf eine tolle Saison zurückblicken…wann diese endet, steht noch in den Sternen.


Restprogramm der Playoffkandidaten:

Artland Dragons Quakenbrück (36:28): Phoenix Hagen, TBB Trier
Telekom Baskets Bonn (34:30): ALBA Berlin, FC Bayern München
s.oliver Baskets Würzburg (34:30): ratiopharm ulm, Brose Baskets Bamberg
Phoenix Hagen (34:30): Artland Dragons Quakenbrück, Mitteldeutscher BC
WALTER Tigers (32:32): New Yorker Phantoms Braunschweig, ratiopharm ulm

Eine Mannschaft mit Herz. Von Johannes Beyer

Zwei Spiele – zwei Niederlagen. Die WALTER Tigers Tübingen sind erwartungsgemäß mit zwei verlorenen Spielen in die Saison gestartet. Nach der schwachen Vorbereitungsphase, in welcher die Tigers unter anderem gegen die LTi GIESSEN 46ers, ratiopharm ulm und die s.Oliver Baskets Würzburg klare Niederlagen kassierten, gibt es dennoch Grund, positiv in die Zukunft zu schauen.

Bereits das Spiel gegen die FRAPORT SKYLINERS Frankfurt zeigte die Mannschaft ein Gesicht, welches ich in dieser Form lange nicht mehr in Tübingen gesehen habe. Trotz eines wirklich verschlafenen ersten Viertels kämpfte jeder Spieler bis zum Umfallen und steckte nie auf. Einen großen Anteil daran hatten sicherlich die Fans, die trotz des durchgehenden Rückstands die Paul Horn Arena in einen Hexenkessel verwandelten. Betrachtet man die vergangenen Jahre, scheint dies auf den ersten Blick nichts Außergewöhnliches zu sein. Gerne blicke ich auf Spiele wie gegen die Brose Baskets Bamberg zurück, als die Tigers, angetrieben von einem enthusiastischen Publikum, phänomenal per Buzzer-Beater siegten. Oder die unzähligen Derbys gegen ratiopharm ulm und der EnBW Ludwigsburg, bei der die Paul Horn-Arena jedes Mal zum Tollhaus wird. Doch der kleine, aber feine Unterschied ist dennoch einfach zu erklären: Mussten sich die vergangenen Tigers-Mannschaften im Laufe der Saison erst in die Herzen der Fans spielen, scheint das aktuelle Team bereits ab der ersten Spielminute gegen Frankfurt dort angekommen zu sein - und dies, obwohl bis auf Nicolai Simon, Ruben Spoden und Akeem Vargas kein Tigers-Vollzeitprofi aus der letzten Saison verblieben ist.

Doch warum schafft es gerade diese Mannschaft, die Herzen der Fans so schnell zu gewinnen. Zunächst haben natürlich die schlechten Vorbereitungsergebnisse dazu beigetragen, dass die Erwartungshaltung in Tübingen geringer als in den Jahren zuvor ist. Da ist es natürlich umso erfreulicher, dass ihr alle der Mannschaft die Treue haltet und bereits im ersten Saisonspiel dafür gesorgt habt, dass die Spieler alles für den Sieg gegeben haben. Bereits das erste Saisonspiel hat zudem gezeigt, dass die jüngste Tigers-Mannschaft aller Zeiten ein tolles Publikum braucht und sich davon tragen lässt. Im Laufe des Spiels entstand somit ein Zusammenspiel zwischen euch Fans und den Spielern. Nicht nur ihr habt es geschafft, die Mannschaft zu „pushen“, auch die Spieler schafften es, euch in ihren Bann zu ziehen. Selbstbewusste Emotionen von Vaughn Duggins, antreibende Gesten von Tyrone Nash oder Reggie Redding rissen viele Fans mit, zeigten dass das die Mannschaft Euch wahr nimmt und eure Unterstützung braucht und dafür dankbar ist. Dies sind jetzt freilich alles Dinge, die ohne das entsprechende Auftreten seitens der Spieler nur wenig Wirkung zeigen und schnell wieder verschwinden können. Deshalb möchte ich auf den für mich entschiedensten Punkt zu sprechen kommen.

Die diesjährige Mannschaft braucht natürlich noch einige Zeit, um ihren qualitativ besten Basketball zu zeigen. Dabei kann das schwere Auftaktprogramm einerseits als sehr gute Findungsphase dienen, birgt andererseits aber auch Gefahren. Die Spieler können ohne großen Druck aufspielen und bereits zum Saisonbeginn gegen die Elite der Beko Basketball Bundesliga Selbstvertrauen tanken. Nach dem Spiel gegen Frankfurt wartete der erste richtig dicke Brocken. Im Vorfeld der Partie am vergangenen Mittwoch konnte man viele Spekulationen über die Höhe der bevorstehenden Niederlage lesen. Zwar verloren die Tigers das Spiel, doch von der großen Klatsche war das Team am Ende weiter entfernt als befürchtet. Vielleicht zeigten die Raubkatzen dabei nicht immer ihren besten Basketball, doch sie kämpften bis zum Umfallen. Trotz zwischenzeitlichem Rückstand von 20 Punkten, kamen die Tigers zurück, verkürzten kurz vor Schluss auf sechs Zähler und standen kurz vor der Sensation. Am Ende reichte es zwar nicht für den Sieg, aber die Mannschaft bewies wie bereits gegen Frankfurt ihr großes Herz. Und dieses macht in meinen Augen die Mannschaft zu etwas besonderen, etwas dass wir in dieser Form in Tübingen bereits lange nicht mehr erleben konnten. Keine Frage, es wäre wohl jedem Tübinger lieber gewesen, wenn zumindest bei einem der Spiele ein Sieg herausgesprungen wäre, doch wichtiger in dieser frühen Phase der Saison ist die Erkenntnis, dass die Einstellung der Mannschaft absolut stimmt. Die Spieler sind ein Kollektiv, geben alles füreinander und die Zuschauer in der Halle. Und wenn die spielerische Entwicklung weiter voranschreitet, der Wille unsere Mannschaft weiter bestehen bleibt, wird die erste Überraschung vielleicht früher als erwartet gelingen. Doch bei einem bin ich mir sicher wie beim Amen in der Kirche: Spätestens wenn die harte Startphase vorüber ist, wird der Bann brechen und wir sehen eine Mannschaft, die mit eurem Rückhalt nicht nur kämpferisch überzeugen wird.

Zum Abschluss ein Zitat eines Fans: „Die Tigers sind für mich wie der FC St. Pauli im Fußball.“ Ehrlich gesagt stand ich dieser Aussage zunächst ein wenig skeptisch gegenüber, doch bei näherer Betrachtung finde ich diesen Vergleich äußerst passend. Wie St. Pauli sind auch die Tigers mit großer Leidenschaft bei der Sache, zeichnen sich durch ihren Kampfgeist aus und haben großartige Fans im Rücken, die immer hinter ihrer Mannschaft stehen.

 

pgi-globale-inhalte-2, Rechter Rand